Das Gütesiegel

Wi helpt di - Gütesiegel auf ein Neues in 2026

Senioren beim Einkaufen, beim Arzt, im Café.
Häufig sind ihre Aktionen erschwert, das Umfeld macht sich wenige Gedanken über „Hindernisse“ im Alter. Herumstehende Fahrräder? Türschwellen zu hoch? Durchgänge zu schmal? Und erst die Toiletten, nicht eingerichtet für die Mitnahme von Rollator oder Unterstützung. Wenn es überhaupt Toiletten gibt.

Dabei wird die Gruppe der Älteren immer größer. 

Das waren vor Jahren die Beweggründe im Dötlinger Verein für Nachbarschaftshilfe wi helpt di, in der Gemeinde genauer hinzusehen und den Dienstleistern auch in diesem Sommer erneut aktualisierte Tipps zu geben. Wenn umgebaut wurde, wird genau nachgesehen, was sich verändert hat, ob unwillentlich neue Stolperfallen und Hindernisse entstanden sind, welche Fortschritte erreicht wurden.

 

Das Wi helpt di -Gütesiegel ist kein offizielles, zertifiziertes Siegel. Das möchte der Verein sich auch nicht anmaßen. Aber die rund vierzig Dienstleister, Gastronomen und Läden in der Gemeinde bekommen wertvolle Anregungen. Rund vierzig Betriebe werden erneut besucht. Gemeinsam mit erfahrenen Gesprächspartnern des Vereins werden dann - jeweils auf den Betriebstyp zugeschnittene - Fragebögen durchgearbeitet und sinnvolle Lösungen überlegt. Inzwischen gehen die Betriebe entspannt an die Abläufe, sie haben verstanden, dass Seniorinnen und Senioren künftig eine immer wichtiger werdende Zielgruppe in der Gemeinde sind, um deren Anliegen sich wi helpt di in vielen Lebensbereichen kümmert. Immer mit dem Ziel, möglichst lange eigenständig im gewohnten Zuhause leben zu können und dafür von vielen Ehrenamtlichen aus der Gemeinde kreative Unterstützung zu bekommen.

Wi helpt di hat sich mit den Jahren zu einer vielseitigen Einrichtung entwickelt, Ideen findet man auf der Homepage des Vereins. Allerdings sind die Hilfestellungen auf die Gemeinde Dötlingen ausgerichtet. Aber immer mehr Ehrenamtliche kommen auch aus Nachbargemeinden, sie haben Freude daran, wie Nachbarschaft funktionieren kann.


Hintergrundwissen

1. Wie kam es zur Idee, ein Gütesiegel einzuführen?

Mit diesen Grundfragestellungen: „Wie sollen wir unsere Gemeinde zukunftssicher für die unterschiedlichen Generationen und deren Bedürfnisse machen?" Wie wollen wir in unserer Gemeinde zukünftig wohnen und leben?“ hat sich ursprünglich ein Arbeitskreis in Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde und einem Institut für parzipatives Gestalten intensiv beschäftigt und daraus haben sich die wi helpt di Genossenschaft und der wi helpt di Verein entwickelt. Die Projektgruppe – Gütesiegel  wurde dann 2015 in den eingetragenen Verein wi helpt di eingegliedert.

Im Rahmen des Projektes wi helpt di gab es von vielen Dienstleistern die Idee, ein Gütesiegel zu entwickeln. Gerade für Bürgerinnen und Bürger mit Assistenzbedarf  in der Gemeinde fördert es sicheres, unterstütztes Einkaufen bzw. individuell bedarfsgerechte Service- und Dienstleistungen. Dafür wurden ganz spezifische Fragebögen für die Bereiche: Einkaufen, Dienstleistung, Gesundheit, Cafe/Restaurant und Hotel entwickelt. Es wurden für die Erstellung der umfangreichen Bögen Erfahrungen aus dem Bereich der LINGA-Zertifizierung(*), des Seniorensiegels Deutschland (*) und die Kompetenzen von Fachkräften, mit einbezogen.

 

2. Welche Gründe sprechen für die Einführung eines Gütesiegels?

Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Gruppe der älteren Kundinnen und Kunden und/oder Patient/-innen rasch an Bedeutung gewinnen.

Ansprüche und Erwartungen - besonders an Service und Qualität - werden sich auch in Zusammenhang mit den Wünschen und Bedürfnissen der älteren Menschen zeigen. Eine Gemeinde die vor dem Hintergrund der sich massiv wandelnden Kundenstruktur innovativ zeigt, ist gut beraten. Die Leistungsfähigkeit und Qualität des Handels tragen wesentlich zur Lebensqualität der Menschen bei und wirken damit auch der Landflucht entgegen.

Mit dem Projekt Gütesiegel, innerhalb des großen Projektes wi helpt di, soll Menschen mit Assistenzbedarf  geholfen werden und zusätzlich sollen die Bevölkerung und sollen die Betriebe sensibilisiert werden.

 

3. Was wird konkret mit einem Gütesiegel von wi helpt di e.V. ausgedrückt?

Der ausgezeichnete Betrieb/die Einrichtung hat sich auf Menschen mit Assistenzbedarf  in den Arbeitsschwerpunkten: 

  • Service
  • Kommunikation
  • Gestaltung des Innen-und Außenbereiches

besonders eingestellt und erleichtert damit der Zielgruppe/ihren Kunden bzw. den Patienten ihren Alltag. 

 

Der ausgezeichnete Betrieb/die Einrichtung zeichnet sich durch:

  • seine besondere Güte aus bzw. hier wird ein verlässlicher Standard deutlich. 
  • seine Arbeit im Verbund aus.
  • seine Offenheit und Innovation aus.
  • sein Interesse an Kundensicherheit und Kundensicherung bzw. Neugewinnung von Kunden aus.

Der ausgezeichnete Betrieb/die Einrichtung unterstützt damit:

  • direkt die Arbeit von wi helpt di e.V.
  • indirekt ehrenamtliche Arbeit und Projekte in der Gemeinde. 


4. Wie ist der organisatorische Ablauf um eine Auszeichnung zu erhalten? 

  • Es können interessierte Betriebe, Dienstleister und Praxen eine Bewerbung aus dem Netz laden oder unter der o.g. Anschrift Bewerbungsunterlage anfordern.
  • Anliegende Bewerbung an wi helpt di oder Ina Schäfer schicken.
  • Nach einer Terminvereinbarung kommen für ca. zwei Stunden zwei qualifizierte Ehrenamtliche von wi helpt di zu Ihnen und gehen gemeinsam mit Ihnen einen Fragenkatalog durch. Im Rahmen dieses Gespräches können Anregungen gegeben werden, wie mit möglichst einfachen Mitteln eventuell nötige Anpassungen realisiert werden können.
  • Mitmachen können alle, die gewillt sind, dem Verein wi helpt di e.V. (Jahresbeitrag 50.- EUR) beizutreten. 
  • Soweit die Voraussetzungen erfüllt sind, wird das wi helpt di Gütesiegel verliehen. Nach drei Jahren wird erneut zertifiziert.
  • Die Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt. Die Zertifizierung an sich ist für Sie kostenfrei. Es gibt dann die Möglichkeit, das Gütesiegel entweder als Aufkleber (für die Glastür oder ein Fenster, von innen klebend, oder als Schild zu bekommen). Die Kosten für das Siegel liegen je nach Variante bei 5,00 Euro oder 15,00 Euro. 


i.A. der Projektgruppe Gütesiegel: Hella Einemann-Gräbert Dötlingen, den 27.01.2022 

 

von Peter Kratzmann
von Peter Kratzmann
von Peter Kratzmann
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